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Bei Reservierungen, Fragen zu Ihrem privaten Fest oder gastronomischen Veranstaltungen kontaktieren Sie bitte direkt die Burgschänke Landeck - 76889 Klingenmünster Tel 0 63 49 / 87 44 Fax 0 63 49 / 9939-38 oder gehen Sie auf http://www.burglandeck-pfalz.de/Kontakt.21.0.html Die Zufahrt ist auf Fahrzeuge bis 3,5 t begrenzt. Fußgänger können die Burg auf einem Weg oberhalb der Fahrstraße in ca 20 Min. erreichen.
Ausflug zur Burgbaustelle Guédelon F
Sommer 2010 « Zurück
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Auf der „verrücktesten Baustelle der Welt“

Ausflug des Landeckvereins nach Guédelon in Burgund.

Einen Blick in lebendiges Mittelalter warf der Landeckverein am zweiten Juni-Wochenende auf einer Fahrt nach Burgund. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Klaus Frey besuchten 25 Mitglieder die Burgen-Baustelle Guédelon zwischen den Städten Auxere und Nevers. Die verrückteste Baustelle der Welt, wie es heißt, existiert seit 1997. Es wird dort eine Burg gebaut, wie sie im 13. Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Aber, und das ist das Sensationelle, was jährlich bis zu 300.000 Schaulustige in die lediglich von Wäldern und Sümpfen durchzogene Landschaft lockt, man baut nicht, wie es heute üblich ist mit Baggern, Betonmaschinen, Bohrhämmern und Elektrokränen, nein, ganz ohne moderne Hilfsmittel, allein mit den Werkzeugen, wie sie im Mittelalter bestanden haben, entsteht das Bauwerk.
Schon mächtig geworden wächst die Burg in Kastellform mit ihren vier runden Ecktürmen jedes Jahr ein Stück weiter in die Höhe. Als Vorbild gelten die Burgen Frankreichs, wie sie in der Zeit von König Phillippe Auguste gebaut worden sind. Im Jahr 2025 will man fertig sein. Das ist eine ungewöhnlich lange Bauzeit. Selbst im Mittelalter sind solche Burgen in einem Bruchteil der Zeit erstellt worden. Aber für die Erbauer gilt der Weg als das Ziel. Sie haben ihre Baustelle zum reinsten Schauplatz mittelalterlichen Lebens und mittelalterlicher Handwerkskunst werden lassen, der sich täglich vor einem staunenden Publikum in authentischer Vielfältigkeit präsentiert. Die handelnden Personen, die Steinmetze, Kalkbrenner, Maurer, Schmiede, Zimmerleute, alle ausnahmslos in mittelalterliche Gewänder gekleidet, treten daneben als Pädagogen auf oder als Fremdenführer und Berater wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Dass dieses Unternehmen nichts mit einer Art Disneyland zu tun hat, davon konnten sich die Landeck-Burgfreunde tief beeindruckt überzeugen. So manche Anregung nahmen sie für den Alltag auf ihrer pfälzischen Burg mit.
Einer der Bauleute, ein junger, von dem Projekt begeisterter Holländer, gab ihnen im perfekten Deutsch eine Einführung in die geschichtlichen Zusammenhänge, in die Bauphasen und einzelnen Bauabläufe. Er zog mit ihnen quer über die Baustelle, zum Steinbruch, zu den Tongruben, den Brennöfen, erklärte ihnen die ausgeklügelte Defensivtaktik der Burg, die strategische Position der Türme, der Schießscharten. Sie überzeugten sich, was es mit einer so genannten Poterne auf sich hat und wie sie wirkungsvoll für die Verteidigung eingesetzt worden ist, erfuhren, ein Kreuzrippengewölbe entsteht und wie die gewaltigen hölzernen Treträder als Lastenaufzug bedient wurden. Danach gab es Gelegenheit, durch das neben der Baustelle wie auch im Mittelalter entstandene Dorf zu gehen, den Zimmerleuten beim Zurichten des Gebälks zuzuschauen, den Steinmetzen beim Zuschlagen der Formsteine, dem Schmied beim Ausbessern der Meißel. Dachziegel wurden geformt, getrocknet und gebrannt, die Korbflechter und Seiler waren am Werk und die Töpfer. Zwischen den schilfgedeckten Häusern aus Fachwerk und Lehm stolzierten Gänse, pickten Hühner, blökten Schafe. Aus dem Dorfteich erscholl das Quaken der Frösche.
Einhellige Meinung aller Teilnehmer: Da müssen wir noch einmal hin.
(Peter Pohlit)
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