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Baubetrieb auf der Burg

Bauplatz

geschichte1.jpgDie Landeck ist eine Burg in Spornlage, die mit Aussicht auf Erfolg nur von der Nordseite aus angegriffen werden kann, wo sie von dem Treitelsberg überragt wird.
Zum Schutz der zu bauenden Burg wurde der Halsgraben aus dem Fels geschlagen, der in der Bauphase auch als Steinbruch diente. Auch der anstehende Fels im Burgareal wurde vor dem Bau der Gebäude geglättet und das hier anfallende Steinmaterial zugerichtet und vor
allem für die Verteidigungsanlagen der Burg verbaut, wie am Bergfried, der Schild- und der Ringmauer.
Das Holz gewann man durch das Abholzen des Burgberges bis ins Tal und in der Angriffsrichtung. Vor dem Halsgraben entstand so ein Raum ohne natürlichen Bewuchs, der den Verteidigern gute Sicht, den Angreifern aber keine Deckung bot.

Handwerker

geschichte3.jpgDie Handwerker waren ausgebildete Spezialisten des Burgenbaus, die für die Arbeit auf Zeit verpflichtet wurden. Vor allem die Steinmetzen waren Fachleute, deren Formensprache der Architekturteile man heute noch verfolgen kann und deren Steinmetzzeichen noch an den
Ruinen zu sehen sind. Die Bauern der Umgebung konnten bestenfalls zu einfacheren Arbeiten oder Fuhrdiensten herangezogen werden. Für den eigentlichen Burgenbau fehlten ihnen die Kenntnisse, allerdings konnte die Zahl der für den Burgenbau verpflichteten Hörigen mit bis zu zwei Dritteln der eingesetzten Arbeiter recht hoch sein.

Quader

An den Verteidigungsanlagen in der Hauptangriffsrichtung sowie beim Bergfried verwendete man den „Modestein“ der Stauferzeit, den Buckelquader; bei der Landeck in hervorragender Bearbeitungsqualität und mit schmalem Randschlag exakt verlegt. Die Rüstlöcher an den Ecken der Quader verweisen auf die Verwendung eines Ausleger-gerüstes, dessen Stämme in die Löcher eingeschoben waren.
Die abgewandten Teile der Burg und die Steingebäude im Burginneren wurden in Kleinquadertechnik gemauert. Kleinquader waren einfacher herzustellen und daher kostengünstiger.
Die Steinmetzen richteten ihre Arbeits stätten im Burgbereich ein, ebenso die Mörtelmacher und die Maurer. Mittels Kränen konnten die Quader, die über spezielle Löcher zum Einhängen von Steinzangen verfügten (Wolfs- und Zangenlöcher), zum Gerüst hochgezogen und vermauert werden. Die Mauern wurden in Zweischalentechnik ausgeführt: Zwischen zwei Mauern aus Quadern, an der Außenseite häufig Buckelquadern, wurde Füllmauerwerk eingebracht und vermörtelt. 
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Holz

Große Teile einer Burg waren in Holz oder in Fachwerk erstellt. Auch hier waren Fachleute wie Zimmerer, Brettschneider oder Schreiner beschäftigt. Auf der Landeck erinnert der Namen des östlichen Wohngebäudes aus dem 15. Jahrhundert (Beumin huss = Haus aus Holz oder Fachwerk) an diese Bautechnik. Häufig lehnten sich
Burggebäude randständig an die Ringmauer an, der dem Burghof zugewandte Teil konnte aber aus Fachwerk sein. Kleinere Neben- und Funktionsgebäude waren in aller Regel aus Fachwerk oder Holz errichtet.
Die Stämme wurden in nahen Waldungen eingeschlagen, zugerichtet und zum Burgbauplatz gefahren, wo sie verbaut wurden. Da beim Burgenbau viel Holz verbraucht wurde, konnten größere Areale abgeholzt werden.
 

Bedachung

Zur Deckung der Dächer kamen Ziegel oder Schiefer bei den Wohn- und Repräsentationsgebäuden, Schindeln oder Stroh bei den Wirtschaftsgebäuden zur Anwendung. Ziegel und Schieferplatten wurden importiert und von Dachdeckern verlegt.

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